Introducing: Linqapp – Übersetzen mal ganz anders

>>Wie wir alle wissen, ist Google Translate wichtig, wenn es um das Finden der Übersetzung kommt, ist nicht das intelligenteste. Also, das ist Art von Service sehr einfachen Satz “I did it again.”<<
Yep, Maschinen sind im Jahre 2013 immer noch doof und haben keinerlei Gefühl für linguistische Feinheiten wie das vorige Beispiel zeigt. Ein junges Team aus Taiwan dachte sich “warum Maschinen fragen, wenn es Menschen gibt” und hat eine Alternative entwickelt, die definitiv einen Blick wert ist.

übersetzungsding

bei computereriserten Übersetzungen muss man meistens viel Fantasie haben

Die Idee hinter der App “Linqapp” ist so simpel wie gut: ich stelle eine Frage ein “was heißt blablubb auf chinesisch” und andere User, die wiederum chinesisch als Muttersprache angegeben haben, beantworten diese. Der Vorteil liegt auf der Hand: jemand, der wirklich beide Sprachen gut beherrscht, wird eine deutlich bessere Übersetzung für einen Ausdruck liefern können, als eine Maschine.

Vorteile gegenüber Maschinen

Der Dienst ist erst vor kurzem gestartet und die Benutzerbasis ist noch recht klein, dennoch bekommt man jetzt schon bereits sehr schnell und zuverlässig Übersetzungen geliefert und es ist bereits jetzt schon sehr beeindruckend, wie viele verschiedene Sprachen schon unterstützt werden. Durch den “social media”-Ansatz, den das Team gewählt hat, wirkt das ganze sehr familiär. Es kommt einem eher vor, als wenn man einer Gruppe von Bekannten eine Frage stellt, als wenn man einen Internetdienst zum Übersetzen benutzt.

Bisher gibt es noch keine Qualitätsprüfungen, aber ich bin mir fast sicher, dass das Team schon an so etwas arbeitet. Wer verrückt genug ist, um einmal um Taiwan zu laufen, um Geld zu sammeln, der findet auch Lösungen für sowas. Bisher ist das kein Problem, weil die breite Masse an Spinnern und Trollen den Dienst noch nicht für sich entdeckt hat, aber wir alle wissen, wie schnell sowas gehen kann. Die Entwickler arbeiten aber schon an einem “up- & downvoting”-System, womit die Schwarmintelligenz als Qualitätskontrolle dient.

Rein theoretisch ist der Nutzbarkeit des Dienstes keine Grenze gesetzt. Sofern eine Person sich zutraut, altgriechisch oder klingonisch zu übersetzen, so könnte dies auch in den Katalog aufgenommen werden. Tote Sprachen, Kunstsprachen oder Dialekte stellen kein Hinderniss da. Wer weiß, wie oft ich bei Redewendungen oder Wörtern einer aus Österreich stammenden Freundin schmunzel, weiß, dass Google Translate definitv etwas fehlt wie “deutsch <> deutsch”. Bei Linqapp ist das kein Problem.

zweites Übersetzungsdings

kommta nich mit klar

Multimedia

Interessante Möglichkeiten bietet auch die multimediale Einbindung in der App. So kann man z.B. auch ein Bild hochladen und fragen “was steht da” oder sogar eine Audiodatei. Andersrum kann man Fragen stellen wie “wie sage ich korrekt auf spanisch ‘der Schiedsrichter ist ein Blindfisch’” und um eine Audioantwort bitten. Interessante Ansätze, mit denen man deutlich mehr anfangen kann als das stupide Maschinenübersetzungsding was der Rest vom Internet so zu bieten hat.

Screenshot von Linqapp

Was mir auch sehr gut an dem Dienst gefallen hat ist die Tatsache, dass man sich manchmal erst durch die Fragen von anderen den Feinheiten in seiner eigenen Muttersprache bewußt wird. Schließlich fragen durchaus mal Leute Dinge wie “warum man hier das Partizip 2 benutzen sollte”…

Was ebenfalls ein Pluspunkt an der App ist, ist die Möglichkeit auch Kauderwelsch übersetzen zu lassen. Während nämlich Maschinen bei Sätzen wie “Alter, kommst du mit in den Skatepark? Wäre eine coole Sache. Nachher noch bei ner Coke chillen bei mir?” aussteigen, weil sie gar nicht recht wissen, ob das deutsch oder Englisch ist, wird ein Mensch das problemlos übersetzen können (OK, sofern er jünger als 50 ist vermutlich).

Was man von dem Dienst nicht erwarten sollte, ist eine Übersetzung längerer Passagen, denn schließlich ist das ganze kostenlos und Leute übersetzen hier in ihrer Freizeit. Aber dafür ist die App ja auch gar nicht gedacht.

Link zum Anbieter: http://www.linqapp.com/
Android-App: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.linqapp

2 Gedanken zu “Introducing: Linqapp – Übersetzen mal ganz anders

  1. Coole Sache! Allerdings nimmt die App sich ganz schön viele Rechte… Erstmal in Ruhe gucken…

  2. Hallo Schlicki,

    mein Name ist Sebastian, ich bin der Entwickler von Linqapp :) Ja, die Rechte brauchen wir alle, damit wir Linqapp mit der jetzigen Funktionalität ausstatten konnten.

    Storage – damit User Photos aus ihrer Gallerie laden können und damit wir Bilder, die innerhalb von Linqapp gemacht werden, speichern können.

    System Tools – Brauchen wir, damit wir Notifications senden und empfangen können (die Benachrichtigungen, die auch erscheinen, wenn die App nicht läuft)

    Your location – Ja wir finden halt Muttersprachler in deiner direkten Umgebung, dazu brauchen wir die Location :)

    Phone Calls – Wenn jemand anruft, kannst du den Anruf annehmen. :)

    Hardware Controlls – zum Photos machen und zum Aufnehmen der Audioclips

    Network Communications – Internet brauchen wir auch.

    Development Tools – Um herauszufinden, oder der User eine SD Karte hat oder nicht

    Your accounts – Auch für Benachrichtigungen, um das mit Android Versionen unter 2.3 kompatibel zu machen.

    Ja, wir hätten auch gerne weniger Rechte benutzt, brauchten aber alle oben genannten! Hoffe das klärt einiges!

    Ciao aus Taiwan, Sebastian